Die 10 Fragen anlässlich der Nationalratswahl 2002

Die folgenden 10 Fragen wurden im Oktober 2002 an die politischen Parteien Österreichs
ausgesandt.
Die Antworten als PDFs zum Download

10 Fragen SPÖ
10 Fragen ÖVP
10 Fragen FPÖ
10 Fragen Grüne
Anworten im Vergleich (erstellt IG-Architektur)


1. Architekturpolitik
Werden Sie sich als entscheidungstragender Politiker mit Nachdruck dafür einsetzen, dass künftig auch in Österreich ein entsprechendes Budget für eine engagierte Architekturpolitik bereitgestellt wird?

Und wenn ja, welche Ziele/Prioritäten würde eine von Ihnen bestimmte „Architekturpolitik“ verfolgen?

2. Bekenntnis zur zeitgemäßen, qualitativ hochwertigen Architektur und Planungskultur 

Durch welche konkreten Maßnahmen und Anreize werden Sie den Stellenwert zeitgemäßer, qualitativ hochwertiger Architektur und Ingenieurskultur fördern, um damit eine spürbare und breit angelegte Steigerung der allgemeinen Architekturqualität und Planungskultur in Österreich zu erreichen?

Haben Sie vor, durch Investitionsprogramme innovative und qualitätsorientierte Architektur/Planungskultur nachhaltig zu fördern, und wenn ja, wie sehen diese konkret aus?

3. Qualitätsstandards

Werden Sie für all jene Bauvorhaben, bei welchen Mittel der „öffentlichen Hand“ eingesetzt werden, verbindliche Qualitätsstandards festlegen, die eine hochwertige architektonische, planerische und ökologische Qualität gewährleisten, und wenn ja, welche Kriterien sind für Sie dabei maßgeblich?

Werden Sie das Prinzip der Teilung von Planung und Ausführung für alle Bauvorhaben, bei welchen Mittel der „öffentlichen Hand“ eingesetzt werden, für verbindlich erklären?

4. “Chefsache”
Werden Sie Architektur/Baukultur zur „Chefsache“ machen und eine kompetente, finanziell gut ausgestattete und vor allem Ressort übergreifende Instanz schaffen, die Architekturpolitik und Planungskultur effizient umsetzen kann, und wenn ja, wie würde eine solche Instanz konkret aussehen?

Werden Sie als entscheidungstragender Politiker einen jährlichen Lagebericht zur Baukultur in Österreich an das Parlament über die Bautätigkeit der Republik, sowie eine Evaluierung der Maßnahmen zur Sicherung der Architektur- und Planungsqualität veranlassen?

5. Anerkennung von Leistungen

Werden Sie für Vergaben des Bundes bzw. bundesnaher Organisationen ausnahmslos und ohne Vorbehalte die jeweils aktuellen Leistungsbilder und Honorarrichtlinien für Architekten und Ingenieure anerkennen (wie dies z.B. in Deutschland und anderen EU-Ländern der Fall ist)?

6. Qualitätswettbewerbe

Werden Sie zur Sicherung der Qualität für NutzerInnen/KonsumentInnen dafür sorgen, dass für alle Bauvorhaben des Bundes bzw. bundesnaher Organisationen (z.B. BIG) die Vergaben von Planungsleistungen ausschließlich nach Qualitätskriterien, anstatt nach reinen Kostenfaktoren erfolgen?

Erkennen Sie den Leistungswettbewerb/Architektenwettbewerb als transparentes und effektives Vergabeverfahren an, um die besten Ideen zu finden bzw. die höchste Qualität zu erreichen und wenn ja, ab welcher Größenordung ist Ihrer Meinung nach ein derartiges Wettbewerbsverfahren verbindlich durchzuführen?

7. Ganzheitliche Planungskultur
Welche konkreten Maßnahmen würden Sie für Planungs- und Bauvorhaben, insbesondere der Infrastruktur, festlegen, um eine vernetzte und interdisziplinäre Planungskultur, eine ausgewogene Gesamtplanung und eine qualitätsvolle Gestaltung des Raumes zu erreichen?

8. Ausbildungsqualität
Der internationale Stellenwert der österreichischen Architekturschaffenden und Ingenieure beruht nicht zuletzt auf der hohen Ausbildungsqualität. Diese Qualität darf nicht durch finanziellen Druck im Bildungsbereich herab gesetzt werden.

Welche konkreten Maßnahmen werden Sie ergreifen, um die Ausbildungsqualität für Ingenieure und Architekturschaffende an den österreichischen Universitäten sicher zu stellen bzw. zu verbessern?

Durch welche konkreten Förderungsmaßnahmen werden Sie die Weiterbildung von Ingenieuren und Architekturschaffenden unterstützen?

9. Qualitäts-/Architekturvermittlung
Durch welche bildungspolitischen Maßnahmen im Schulwesen (Volks-, Haupt- und allgemeinbildende höhere Schulen) werden Sie die Bildung eines architektonisch-gestalterischen Qualitätsbewusstseins in der Bevölkerung ermöglichen?

Durch welche Maßnahmen werden Sie im Bereich der Erwachsenenbildung zeitgemäße Architekturvermittlung fördern?

Werden Sie im Sinne der Gleichbehandlung für steuerliche Erleichterungen von gemeinnützigen Vereinen/Organisationen im Bereich der Kultur-/Architekturvermittlung sorgen (so, wie dies bereits jetzt für Sportvereine möglich ist)?

10. Nachwuchsförderung
Welche konkreten Förderungen, Erleichterungen bzw. Auftragsangebote können Sie anbieten, um JungunternehmerInnen in den Bereichen Architektur und Planung beim Aufbau ihres Unternehmens bzw. beim Start in die Selbständigkeit zu unterstützen?