5 Fragen zur Baukultur – Antworten Österreichische Volkspartei

Anworten von Kultursprecher Franz Morak

1. Bereits im letzten Regierungsprogramm hat die ÖVP das Thema Architektur und Baukultur ins Regierungsprogramm eingebracht. Aus Sicht der ÖVP wird selbstverständlich deshalb auch in einem zukünftigen Regierungsprogramm das Thema Baukultur verankert sein. Architektur ist ein ganz zentraler Bestandteil unseres täglichen Lebens und trägt auch maßgeblich zur Lebens-, Wohn- und der Qualität des Arbeitsplatzes bei. Insofern ist es wesentlich, dass die Inhalte und Empfehlungen des Baukulturreports einer breiten fachlichen und interessierten Öffentlichkeit zugänglich Die Frage der Raumordnungspolitik hält die ÖVP für eine absolute Schlüsselfrage zukünftiger baukultureller Debatten und Initiativen. Die Frage der Raumordung und damit im Zusammenhang die Problematik der oftmaligen Zersiedelung der Landschaft oftmals ohne jegliche Rücksicht auf baukulturelle, ökologische und raumordnungsrelevante Aspekte stellt eine der größten Herausforderungen dar und zwar in gelebter Partnerschaft aller am Bauprozess beteiligter Stellen. Die ÖVP wird sich dafür einsetzen, diese Fragen verstärkt zum Thema in den Gremien, z.B. der Landeshauptleutekonferenz, zu machen und dies auch im Rahmen der Verfassungsreform zu thematisieren. Selbstverständlich gilt es auch, die Grundlagen zu erarbeiten und die Daten zu erschließen um gezieltes Handeln in diesem Themenfeld zu erreichen.wahrzunehmen. Aus unserer Sicht ist es zielführender, tatsächlich auch mit den relevanten Stellen in den Bundesländern, dem Gemeindebund, dem Städtebund und den zuständigen Landesreferenten- und Politikern ins Gespräch zu treten und konkrete Projekte zu entwickeln. Die ÖVP wird sich also dafür einsetzen, entsprechende Vermittlungsprogramme zu unterstützen.

2. Die ÖVP hat von Anfang an die Bemühungen der „Plattform Architekturpolitik und Baukultur“ unterstützt wie zahlreiche Initiativen und Schwerpunksetzungen der vergangenen Jahre zeigen (große Präsentationen von Architektur in China, Frankreich, Italien und USA, die Zusammenarbeit mit der Bausparlasse zur Vertiefung des Verständnisses der Qualität von Baukultur – „Das beste Haus“, erstmalig ein Symposion zur Architektur des Zwischenraumes – „Grow“ in Zusammenarbeit mit der Zentralvereinigung der Architekten, die gezielte Besetzung der Biennalen usw). Der im Bundeskanzleramt neu einzurichtende Beirat für Baukultur wird die Aufgabe haben, aktiv, und durch den regelmäßigen Input der Expertinnen und Experten konkrete Vorschläge und Beiträge zur Verbesserung der Baukultur in Österreich zu leisten und vor allem die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Gemeinden zu verbessern. Die ÖVP erwartet sich von diesem im Bundeskanzleramt eingerichteten Beirat konkrete Umsetzungen und kein „Alibigremium“. Zudem wäre es wesentlich, dass darüber hinaus die Kooperation zwischen den relevanten Stellen seitens des Kulturressorts vorangetrieben wird. Wenn der entsprechende politische Wille auch im Kulturministerium vorhanden ist, ist dies sehr wohl möglich, wie die Entstehung des Baukulturreports ja auch gezeigt hat.

3. Die Frage der Raumordnungspolitik hält die ÖVP für eine absolute Schlüsselfrage zukünftiger baukultureller Debatten und Initiativen. Die Frage der Raumordung und damit im Zusammenhang die Problematik der oftmaligen Zersiedelung der Landschaft oftmals ohne jegliche Rücksicht auf baukulturelle, ökologische und raumordnungsrelevante Aspekte stellt eine der größten Herausforderungen dar und zwar in gelebter Partnerschaft aller am Bauprozess beteiligter Stellen. Die ÖVP wird sich dafür einsetzen, diese Fragen verstärkt zum Thema in den Gremien, z.B. der Landeshauptleutekonferenz, zu machen und dies auch im Rahmen der Verfassungsreform zu thematisieren. Selbstverständlich gilt es auch, die Grundlagen zu erarbeiten und die Daten zu erschließen um gezieltes Handeln in diesem Themenfeld zu erreichen.

4. Die Wohnbauförderungsbestimmungen haben bundesländerweise bereits verschiedene Qualitätsstandards eingeführt (Wohnbauberatungsscheck, Gestaltungsbeirat Linz, Millenniumpark Lustenau oder die Bindung der Förderung an zB. Energiekennzahlen, Vorbereitung der Art. 15a B-VG-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern, die auch im Wohnbau dem Klimaschutzgedanken zum Durchbruch verhelfen soll). Die Länder sind gefordert, in diesem Bereich als weiteren Aspekt auch baukulturelle Qualitätsstandards in den Prozess miteinzubeziehen, in dem Wissen, dass sich gute Planung auszahlt und auch langfristig ökonomisch von großem Interesse ist.. Ziel muss sein, dass Architektur, Bauqualität und ökologische Nachhaltigkeit auch unmittelbar von den Gemeinden, von den Bürgermeistern als Baubehörden und den Ländern als Chance gesehen werden und aktive Bewusstseinsbildungsprozesse einsetzen. Hier wird es vorrangig sein, dass alle am Planungsprozess Beteiligten, Architekten, Bauherren, der Baukulturbeirat, zusammen mit den Bauträgern, den zuständigen Politikern und Landes- und Gemeindestellen den Mut haben, die Problemstellung zu erkennen und entsprechende gemeinsame Schritte zu setzen.
Auch auf Bundesebene hat die Bundesimmobiliengesellschaft als größter Immobilienbesitzer der Republik und als einer der größten Auftraggeber im Hochbau in Österreich im Bereich der Qualitätssicherung bereits in vorbildlicher Weise eine Vorreiterrolle eingenommen und freiwillig Standards definiert und zahlreiche Initiativen im Sinne qualitativer Baukultur gesetzt. Ausgehend vom Baukulturreport und seinen umfassenden Forderungen müssen wir uns alle bewusst sein, dass zwischen einem einheitlichen und abgestimmten gesamthaften Baukulturkonzept für Österreich und der augenscheinlichen Situation noch ein weiter Weg zu gehen sein wird. Um das Ziel zu erreichen, wird es notwendig sein, ihn gemeinsam zu gehen.

5. siehe 1.