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Entwicklungen zur Plattform 2003

Der anlässlich der Nationalratswahl 2002 gestartete Prozess hat gezeigt, dass bei den PolitikerInnen einerseits ein großes Informationsdefizit hinsichtlich der Leistungen von ArchitektInnen und IngenieurInnen sowie allen in diesen Bereichen Tätigen (Universitäten, Vermittlungsorganisationen, Interessensvertretungen,…) besteht. Andererseits wurde seitens der PolitikerInnen Interesse gezeigt, diesen Dialog weiter zu führen um die Beziehungen zu vertiefen.

Das war Motivation auch über die Wahl 2002 hinaus tätig zu bleiben, mit dem Ziel einen langfristigen Dialog mit politischen EntscheidungsträgerInnen auf unterschiedlichen Ebenen zu etablieren. Parlamentarischen MandatarInnen aller Fraktionen, VertreterInnen der Bundesregierung, Abgeordneten der Landtage und weiteren relevanten politisch tätige Akteuren sollten die Vorteile einer engagierten und Ressortübergreifenden Architekturpolitik näher gebracht werden.

Durch gemeinsame und kontinuierliche Aktivitäten sollte nach dem Motto:„Architektur könnte überall sein – aus Bauen muss Architektur werden“ ein entsprechendes Bewusstsein zur baukulturellen Verantwortung geschaffen werden. Und ebenso sollte das Verständnis für zeitgenössische Architektur und Baukultur gefördert werden.

Im Frühjahr 2003 wurde daher eine Redaktionsgruppe  gegründet, die sich fortan monatlich traf und für die Vernetzung der Plattform, aber auch für die strategische Entwicklung verantwortlich zeichnete. Als erstes Zwischenergebnis und ohne Anspruch auf Vollständigkeit wurden im Juni 2003 erstmals die Maximen der Plattform vorgelegt, die als Grundlage zur Diskussion mit den politischen EntscheidungsträgerInnen dienten.

In der Folge führte die Plattform zahlreiche Gespräche mit dem Parlamentspräsidium, den VertreterInnen aller Parteien im parlamentarischen Kultur- und Bautenausschuss und anderen relevanten EntscheidungsträgerInnen, mit dem Ziel „Baukultur“ zum Thema der politischen Diskussion zu machen.

Parallel zu den PolitikerInnengesprächen wurde mit Hochdruck an der Vernetzung und Erweiterung der Plattform gearbeitet, sowie an der Ausformulierung entsprechender Positionspapiere und  Forderungen. Zu diesem Zweck wurde  erstmals im September 2003 in Salzburg eine Klausur der Plattform abgehalten, zu der ExpertInnen aus ganz Österreich geladen waren. In dem zweitägige Workshop wurden in sechs Arbeitsgruppen die Positionen geschärft und aus der Fülle an Themen Schwerpunkte und Prioritätenreihungen herausfiltert. Als erster „Meilenstein“ der Plattform wurde die Abhaltung einer Enquete im Österreichischen Parlament definiert.

Es folgten zwei weitere Klausuren im Dezember 2003, sowie im Jänner 2004, die vor allem die parlamentarische Enquete sowie die Etablierung der Plattform zum Thema hatten. Die beharrliche Überzeugungsarbeit der Plattform war schließlich erfolgreich, denn im Jänner 2004 wurde im parlamentarischen Hauptausschuss von allen politischen Fraktionen einstimmig die Durchführung einer Enquete zum Thema „Architekturpolitik und Baukultur in Österreich“ für den 30.03.2004 beschlossen.

Volker Dienst, 19.03.2003