Architekt*innen, Landschafts- architekt*innen und Ingenieur*innen

Den Architekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen und Ingenieur*innen kommt bei der Verwirklichung von Baukultur eine Schlüsselrolle zu. Sie tragen ein hohes Maß an Verantwortung für die gestalterische, funktionale und technische Qualität von Gebäuden und Freiräumen. Im Auftrag einer Bauherrenschaft übernehmen sie die Gestaltung von Bauwerken und Freiräumen durch die Durchführung von Planungsprozessen und einer anschließenden Umsetzungskontrolle.Die Rahmenbedingungen unter denen diese Berufsgruppen ihrer Arbeit nachkommen sind entscheidend für das Gelingen von Baukultur.

© PNP, Hans Nöbauer

Baukultur ist Voraussetzung und Ergebnis gelungener Planungstätigkeit

Bauen ist eine Kulturleistung, von zentraler Bedeutung für die individuellen Nutzer*innen genauso wie für eine Gesellschaft als solches. Um diese Leistung mit ihren vielschichtigen Anforderungen erbringen und Bauwerke, Ensembles und Freiräume von hoher Qualität errichten oder in ihrer Substanz erhalten und entwickeln zu können, braucht es eine fundierte Ausbildung, Rechtssicherheit und ein ökonomisches Auskommen für die Planer*innen.

Die Aufgaben der Planer*innen

Im Auftrag einer Bauherrenschaft übernehmen Architekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen und Ingenieur*innen die Gestaltung von Bauwerken und Freiräumen durch die Durchführung von Planungsprozessen und einer anschließenden Umsetzungskontrolle. Dabei gilt es

  • mit grundlegenden Ressourcen wie Raum, Material, Energie aber auch Finazmitteln verantwortungsvoll umzugehend, um eine nachhaltige Entwicklung zu Sichern.
  • soziale Integration und Teilhabe, funktionale Eignung sowie eine gesundes und komfortables Umfeld zu realisieren, um Lebensqualität zu ermöglichen.
  • gestalterische Qualität bis hin zur baukünstlerischen Zeichensetzung zu schaffen, um Identität und Kultur zu stiften

Die Aufgabe, welche von Planer*innen übernommen wird, ist somit sehr komplex. Das Zusammenarbeiten in interdisziplinären Teams aus Architekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen und Ingenieur*innen, aber auch die Einbindung von Nutzer*innen, Betreiber*innen und gegebenefalls von Fachexpert*innen unterschiedlicher Disziplinen zählt somit zu den grundlegenden Fähigkeiten von Planer*innen und ist Grundlage des Gelingens von Baukultur.

Darüber hinaus sind Architekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen und Ingenieur*innen auch in der Verwaltung, als Lehrende an Universitäten und Schulen, als Forscher*innen, als beratende Fachexpert*innen, als Sachverständige, in der Immobilienbranche, oder auch in politischen Ämtern tätig.

Die gesellschaftliche Rolle von Planer*innen

Die besondere soziale Bedeutung der Planung liegt darin, dass sie einerseits durch ihre Tätigkeit die Lebensqualität aller Menschen unmittelbar bestimmt, und dass sie andererseits dabei durch soziale Zukunftsbilder und Entwicklungsideen bestimmt wird. Deshalb ist Planungsbeteiligung, Baukulturvermittlung und die demokratische Auseinandersetzung über Planungsthemen eminent wichtig. Die Planer*innen werden von den Kammern der ZiviltechnikerInnen repräsentiert, die nicht nur für die Berufsvertretung verantwortlich sind, sondern Baukultur als Sache des Gemeinwohls propagieren. Die Ausbildung der Planer*innen wird von Universitäten und Fachhochschulen angeboten, die im Rahmen der Lehre ebenso Diskursort sind und darüber hinausgehend wissenschaftliche Forschung zur Baukultur leisten.

Planen mit weitreichender Verantwortung

Eine Besonderheit des planerischen Schaffens und damit der Baukultur ergibt sich aus der österreichischen Rechtsordnung, welche die berufliche Etablierung als Architekt*in oder Zivilingenieur*in nur im Rahmen der Ausübung der Befugnisse von Ziviltechniker*innen ermöglicht. Ziviltechniker*innen sind besonders qualifiziert und ausgebildet und gemäß § 292 der Zivilprozessordnung als Personen mit “öffentlichem Glauben” versehene. Das bedeute, dass Sie innerhalb der Grenzen Ihrer nachgewiesenen Fachkompetenzen öffentliche Urkunden ausstellen dürfen, die von Verwaltungsbehörden so angesehen werden, als wären sie von der Behörde selbst ausgefertigt worden.