Kinder und Erwachsene

Baukultur ist kein Thema ausschließlich für Expert*innen, sondern etwas, das jeden und jede von uns im Alltagsleben betrifft. Das bedeutet auch, dass alle täglich mit Baukultur zu tun haben und davon beeinflusst und geprägt sind – und sich auch immer wieder Gelegenheiten bieten, bei denen Baukultur von uns allen beeinflusst werden kann. Daher ist es wichtig, dass möglichst alle über Baukultur Bescheid wissen. Das bedeutet, dass es entsprechende Bildungsangebote in Kindergärten, Schulen und Universitäten sowie in der Erwachsenenbildung für alle Altersstufen braucht. Dabei sollen Grundwissen und demokratiepolitische sowie alltagspraktische Fragen der Beteiligung an baukulturellen Entscheidungen vermittelt werden.

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Baukultur als Thema für Erwachsene

Erwachsene Bürger*innen treffen in ihrem privaten Leben Entscheidungen über Baukultur, wenn sie sich für Wohn- und Lebensformen entscheiden, wenn sie auswählen, mit welchen Verkehrsmitteln sie ihre Wege bewältigen und in welchen Gebäuden oder Freiräumen sie ihre Freizeit oder den Urlaub verbringen. Viele haben auch in ihrer beruflichen Tätigkeit mit baukulturellen Entscheidungen zu tun, etwa wenn es um Büro- und Gewerbebauten geht, die von ihren Arbeitgeber*innen gebaut und betrieben werden. Und schließlich ist Baukultur ein politisches Thema, über das alle als mündige Bürger*innen mitentscheiden können sollten – das betrifft sowohl ihre Wohn- und Lebensumgebung als auch Planung im Allgemeinen, also die Art, wie in Österreich Raumplanung, Stadtplanung und Ortsplanung betrieben wird. Dafür braucht es die entsprechenden Beteiligungsangebote und Möglichkeiten mit zu entscheiden.

Baukultur als Thema für Kinder

Kinder sind im Besonderen von all diesen Facetten der Baukultur betroffen, auch wenn sie selbst wohl häufig nur an den Entscheidungen teilnehmen können, die ihr unmittelbares Umfeld etwa den eigenen Wohnbereich betreffen. Umso wichtiger ist es, dass auch sie frühzeitig in allgemeinere Gestaltungsprozesse miteingebunden, und speziell etwa über ihr Schul- aber auch Wohn und Freizeitumfeld als Expert*innen angehört werden. Sie müssen auch darauf vorbereitet werden, im Erwachsenenleben diesbezüglich Entscheidungen zu fällen und mitgestalten zu können. Das dafür nötige Wissen sollten sie im Laufe ihrer Schulbildung erwerben können. Das betrifft politische und funktionale Themen, aber auch Baukultur als Handlungsfeld der Gestaltung und der Kreativität, das ebenso vermittelt wird wie Musik, bildende Kunst, Mathematik oder Geografie.