Best-Practice-Beispiel: Lienz

Kooperative Innenstadtentwicklung Lienz, Tirol

Das Zentrum der Kleinstadt Lienz litt in den 1990er Jahren an Rückgängen in Kaufkraft und Kund*innenfrequenz. Einige wichtige Handelsbetriebe zogen aus der Innenstadt in Agglomerationslagen auf der „grünen Wiese“ um. Die Folge waren Leerstände, eine Verschlechterung der Nahversorgung, Stagnation bzw. Rückgang von Kaufkraft und Frequenz sowie schlechtes Kooperationsklima und Mutlosigkeit in den Innenstadtquartieren.

In den 1990er Jahren gingen im Zentrum der Kleinstadt Lienz Kaufkraft und Kund*innenfrequenz zurück, weil Handelsbetriebe auf die grüne Wiese zogen. Leerstände, Stagnation und Mutlosigkeit waren die Folge. Eine langfristige Aufwertungsstrategie erneuerte ein Quartier nach dem anderen auf der Grundlage von intensiver Beteiligung und dauerhafter Übernahme von Verantwortung durch lokale Akteur*innen.

 

Dabei wurden jeweils der öffentliche Raum neu gestaltet und Handel, Gastronomie und Dienstleistung im Erdgeschoß verbessert und abgestimmt, geleitet von dem Bild eines Einkaufszentrums ohne Dach. Der zentrumsnahe Bahnhof wurde vom trennenden Infrastrukturbau zum verbindenden Mobilitätszentrum transformiert. Interkommunale Kooperation im kleinen und großen Maßstab vernetzt die Stadt mit der Stadtregion.

 

Durch die Maßnahmen in den beteiligten Quartieren konnte Leerstand reduziert, die Kaufkraft gesteigert und die Kund*innenfrequenz erhöht werden, ebenso verbesserte sich die Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum für Bewohner*innen, Kund*innen und Tourist*innen.

 

Die Erfolgsquote war hoch, weil auf intensive Beteiligung auf die Verlagerung eines Teils der Verantwortung zu den lokalen Akteur*innen gesetzt wurde. Dabei entwickelte sich eine enge Kooperation zwischen Wirtschaftstreibenden, Eigentümer*innen, Bewohner*innen, Stadtverwaltung und Stadtpolitik.

 

Durch intensive, langjährige Planungskooperation wurde statt eines einfachen Lifteinbaus der Bahnhof zu einem leben-digen Mobilitätszentrum umgewandelt, das Rad- und Fußverkehr mit der Bahn vernetzt, die Stadtteile verbindet statt trennt und die Verknüpfung mit dem Umland herstellt.

 

Die über Landes- und Staatsgrenzen hinausgehende Kooperation mit Nachbargemeinden und Städten im Umfeld erzeugt Synergien und bietet Anlässe für Innovation.

Das Quartier Obere Altstadt in Lienz nach der Erneuerung.

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Der Albin-Egger-Lienz-Platz mit dem Pilotprojekt der Schwammstadt-Baumpflanzungen.

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Die Fußgänger- und Radfahrerpassage, die unter der neuen Bahnhofshalle verläuft und die Innenstadt mit dem Stadtteil südlich der Drau verbindet.

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10.09.2024

Podiumsdiskussion Baukultur im Nationalrat?

Eine Diskussion zu Boden­schutz, Bestands­erhaltung, Baukultur­förderung

Di 10.09.2024, 18:00-20:00
Im Vorfeld der Parlamentswahlen diskutieren Politiker* innen mit Expert*innen zu Boden, Bestand, Baukultur. Diskutieren Sie mit!

Politiker*innen: Lukas Hammer, Grüne; Elke Hanel-Torsch, SPÖ; Johannes Margreiter, Neos; Johannes Schmuckenschlager, ÖVP (angefragt); Philipp Schrangl, FPÖ (angefragt)

Expert*innen: Simon Pories, WWF; Carina Sacher, Allianz für Substanz; Robert Temel, Plattform Baukulturpolitik

Moderation: Franziska Zoidl

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Architekturzentrum Wien

 

Folder „Österreich ist schön“

Baukulturpolitische Herausforderungen 2024